Kraftreserven können an Bord entscheidend sein
Fehlende Muskelkraft und Kraftausdauer bleiben im Alltag häufig unbemerkt. Sie können beispielsweise nach längerer Inaktivität, einer Verletzung, einer Operation oder mit zunehmendem Alter entstehen. An Bord zeigen sich solche Defizite oft erst, wenn aus einer niedrigen Position aufgestanden, eine Bewegung abgefangen oder eine Aufgabe mehrfach hintereinander ausgeführt werden muss.
Für sicheres Segeln zählt deshalb nicht nur, ob eine Bewegung grundsätzlich möglich ist. Entscheidend ist auch, ob sie kontrolliert, wiederholt und mit ausreichender Reserve gelingt.
Kraft und Belastbarkeit gezielt überprüfen
Die persönliche Einschätzung liefert wichtige Hinweise, lässt aber nicht immer erkennen, wie groß die tatsächlich verfügbare Kraft- und Belastungsreserve ist. Strukturierte Tests können die Einschätzung ergänzen, relevante Defizite sichtbar machen und eine Grundlage für die individuelle Trainingsplanung bilden. Wiederholte Tests ermöglichen es, die Entwicklung nachvollziehbar zu überprüfen.
Mein Vorgehen: Kraft und Belastbarkeit erfassen, relevante Defizite einordnen, das Training gezielt dosieren und die Entwicklung im Verlauf überprüfen.
Mehr als Kraft allein
Auch Balance, Beweglichkeit und Koordination sind für viele Bewegungsaufgaben an Bord wichtig. Welche Fähigkeiten besonders berücksichtigt werden müssen, richtet sich nach den persönlichen Voraussetzungen, dem Boot und den konkreten Anforderungen beim Segeln.
Wann eine individuelle Vorbereitung sinnvoll ist
- wenn Kraft oder Belastbarkeit nachgelassen haben
- wenn wiederholte Bewegungen schnell anstrengend werden
- wenn Bewegungen zwar möglich sind, aber kaum Reserve bleibt
- nach längerer Pause oder abgeschlossener Rehabilitation
- wenn ein bisheriges Trainingsprogramm keine nachvollziehbaren Fortschritte bringt